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von Yanika
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Das Rendezvous



Und welche wollen Sie?" fragte die nette Blumenverkäuferin,indemsie sich den Rosen zuwandte,die da in gelb,rot,weiß und rosé prangten.

"Nun,ich denke..." In Wirklichkeit dachte Meyer nie,er sagte immer das,was ihm gerade einfiel, und das war in den meisten Fällen nicht gerade das gescheiteste."Für welchen Zweck sind sie denn?" fragte die Verkäuferin um den Vorgang zu beschleunigen."Ich habe hier ein Rendezvous mit einer reizenden Dame..." "Ich gebe ihnen die roten, die gefallen jeder frau,außerdem haben sie die richtige bedeutung,wenn sie verstehen was ich meine."
"Ha ha,natürlich.Ja sehr schön, ich nehme gleich alle."Die Verkäuferin packte die Blumen in schön glänzendes Folienpapier ein,steckte zierkraut dazu,verschnürte das paket und überreichte es Meyer,der bezahlte und unter unzähligen Dankesbezeugungen das Geschäft verließ. Meyer blickte auf die Uhr, bis zu seinem "Tete-ä-tete" blieb ihm noch etwas Zeit.Meyer schlenderte,die Blumen in der Hand,die Straße hinunter. Fast wäre er an dem kleinen Laden vorbeigegangen.Er blieb stehen und überlegte kurz.Seine Haare zu waschen und zu schneiden,würde seinem Aussehen bestimmt guttun und den Gesamteindruck abrunden,schließlich ging es heute um viel..Als er den Frisierladen betreten wollte,war der Inhaber gerade dabei,die türe abzusperren und das "geschlossen Schild" aufzuhängen."Kommen sie halt noch schnell herrein"sagte er,"sie sind der letzte Kunde für Heute.Ich muss nämlich gleich nach sechs weg."Er versperrte die Eingangstüre hinter ihnen."Ich hoffe es wird schnell gehen",sagte Meyer und legte seinen Mantel ab."Die Blumen geben sie am besten da hinein!"meinte der Friseur und deutete auf eine Schüssel,die vollgefüllt mit Wasser auf der Ablage stand."Mit Kopfwaschen?"fügte er hinzu."Ja mit waschen bitte."Meyer setzte sich in einen Stuhl,der Friseur schob das Bassin an seinen kopf.Er schaltete den wasserstrahl ein."Stimmt die wärme so?" "Ja alles bestens",antwortete Meyer.Er blickte sich in dem kleinen Salon um.Vor ihm hing ein angelaufener Spiegel,dem eine obere Ecke fehlte.Einige uralte Friseur-Geräte waren als Austellungsstücke an der Wand angebracht.Durch die große Schaufensterscheibe konnte man nicht auf die Straße sehen,da der friseur die Jalousien schon heruntergelassen hatte.Meyer behagte es nicht,daß es so still war.Sein unruhiges gemüt mußte jetzt über irgendetwas sprechen,aber über was?Schließlich begann er die konservation mit:"Wie lange haben sie ihr Geschäft schon?" Nach einer kurzen Pause antwortete der Friseur:"Seit 20 jahren". "Aha,20 Jahre das ist eine lange Zeit." Dann viel Meyer nichts mehr ein. Er überlegte scharf,da fiel sein Blick auf die im Wasser liegenden Rosen."Eine nette Frau die Blumenverkäuferin"sagte er, um irgendwas zu sagen."Ja die Frau Horak ist wirklich sehr nett." "Hätte ich nicht vergessen,schon vorher Blumen zu kaufen und hätte mir der Taxifahrer nicht dieses Blumengeschäft gezeigt,wäre ich gar nicht zu ihnen gekommen.Lustig,nicht wahr?" Der Waschvorgang war nun beendet und Meyer wurde samt dem stuhl näher zum Spiegel geschoben."Wie soll ich schneiden?"fragte der Friseur,während er mit dem Kamm die nassen Haare in eine Richtung legte."ich würde sagen,alles kürzen,den Pelz am Nakken wegrasieren und auf den Seiten und hinten etwas kürzer." "soll ich die Koteletten wegschneiden?" "Wenn ich mich für ein Rendezvous schön mache,dann schon ganz,also weg mit ihnen!" Meyer war froh, das er das Gespräch nun endlich auf ein Thema gebracht hatte,über das er viel zu erzählen wusste und wartete darauf,daß der Friseur nach dem Rendezvous fragte. Doch der Friseur blieb entgegen der in seinem Berufsstand üblichen neugierde Stumm. Er hatte den Kopf woanders. Also fuhr Meyer von alleine fort:"Mein Rendezvous wohnt hier ein paar Gassen weiter,in der Balzacstraße,gegenüber dem Einkaufszentrum.""Haben sie gewusst,das Balzac ein berühmter Schriftsteller gewesen ist und erotische Geschichten geschrieben hat?" "Wie passend, nicht wahr,ha ha?Ja sie hat es mir erzählt.Sie ist etwas älter als ich,21,sie ist so wunderschön,sie hat eine so zarte Haut." Er erging sich in Schwelgerein. "Jedesmal wenn ich zu Ynes gehe,macht mich der anblick fast verrückt.Ihre Augen sind so blau..." "Wie Edelsteine!" "Ja,wie Edelsteine,ihre Gesichtszüge sind makellos, ihr blondes Haar duftet und ist so weich,wenn ich mich in ihm verwühle.Und an ihrer intimen Stelle hat sie was ganz seltenes.3 purpurrote Muttermale,in Dreicksform angeordnet,ganz fantastisch."Haben sie soetwas schon einmal gesehen?" Der Friseur antwortete nicht.
"Heute gehe ich über das ganze Wochenende zu ihr.Darauf freue ich mich schon besonders."Die Schere glitt rasch und präzise an den Haaren entlang.Kleine Büschel fielen zu Boden."Ihr Mann ist für zwei Tage auf Geschäftsreise.Wir werden zwei wundervolle Tage haben."Der Friseur hatte den Schnitt beendet und steckte das kabel des Föns in die Steckdose.Meyer erhob seine Stimme,um den Fön zu übertönen. "Sie spricht nicht viel von Robert,ach ja Robert heißt er,mir ist sogar der Name schon entfallen.Das einzig posetive an ihm ist das er manchmal auf Geschäftsreise fährt.Wohin das weiß der Teufel.Ich glaube sie liebt ihn überhaupt nicht.Sie sagt immer,er interessiert sich nicht für Kunst oder Kultur.Ich ehrlich gesagt auch nicht,aber ich tue wenigstens so als ob." Beide lachten. "Jedesmal,wenn auf ihn die Sprache kommt,und das kommt selten genugvor,sagt sie:"Sprechen wir nicht von ihm er ist so banal."Der Friseur hatte nun zu Fönen aufgehört.Er legte den Fön beiseite und holte einen Handspiegel,mit dessen Hilfe er Meyer sein Hinterhaupt zeigte."Gut so?" fragte er. " Ja sehr gut." sagte Meyer. "Nur eins noch,könnten sie mich vielleicht schnell noch glatt rasieren,wenn sie Zeit haben? Ynes sticht mein elektrorasierter Bart so sehr." Er lachte allein über diesen Dummen Witz.Der Friseur guckte auf die Uhr und holte ein Bassin, um nach alter Tradition den Schaum anzurühren.Meyer war froh,daß er endlich einmal mit jemanden darüber sprechen konnte.Er lehnte sich in seinen Stuhl zurück. "Können Sie sich vorstellen, jemand anderen zu lieben?" sagte er sinnend "O ja,natürlich" antwortet der Friseur. "Ich denke ich werde sie heiraten.Sie lebt jetzt schon 15 jahre,glaube ich,mit ihrem Mann zusammen.Das kann doch gar nicht mehr klappen." Der Friseur seifte meyer ein. "Heute werde ich es wagen,ich werde sie zur Scheidung überreden." "Jetzt bitte nicht mehr sprechen!" sagte der friseur und begann zu rasieren.Meyer machte den Mund einen Spalt breit auf und sprach durch die Zähne,zischend,ohne seine Lippen zu bewegen:"Das wäre doch gelacht,wenn ich sie diesem alten Holzkopf nicht wegschnappen könnte!"Das Rasiermesser ritschte rasch über die Kehle,das Blut tropfte auf den Umhang,auf den Stuhl und den Boden.Der Friseur lief zur Hintertür in den Hof hinaus.Er griff nach der Schaufel die zusammen mit dem Rechen und den restlichen gartengeräten stand, und begann, sein kleines Blumenbeet,das im Frühling immer so schön sproß, auszuheben. Als er tief genug gebuddelt hatte,holte er die leiche,warf sie in das Loch und schaufelte wieder zu.Hier war Meyer für den Moment gut genug aufgehoben. Dann entfernte er noch das Blut vom Messer und von den übrigen Stellen und kehrte die Haare in einen Sack, den er zusammen mit den Rosen in einen seiner beiden Koffer packte. Dann bestellte er sich ein Taxi zum Flughafen.In 3 Minuten war das Taxi da.Robert Steiner schloß sein Geschäft,stellte die Koffer in den Kofferraum,stieg ein und hoffte, daß er das Flugzeug zur Frisurenshow nach Paris noch rechtzeitig erreichen würde.
--Um Ynes würde er sich dann später kümmern.